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MTU Aero Engines Testzentrum, München

Industrie und Gewerbe, Forschung und Entwicklung

2019

Hightech auf höchstem Niveau: Für MTU Aero Engines durften wir 2019 ein neues High-Tech Testzentrum, das G200 in München fertigstellen. Für über 25 Millionen Euro entstand dort eine neue Halle mit neuestem Testing-Equipment. Nach zweijähriger Bauzeit fand im Oktober die feierliche Eröffnung statt.

„Made in Bavaria steht für Qualität und High-Tech. Der digitale Wandel ist dabei der größte Innovationstreiber. Die Digitalisierung beeinflusst nicht nur Produktentwicklung und Produktion, sondern ebenso Prüfverfahren und Qualitätsmanagement“, so Digitalministerin Judith Gerlach. Und MTU-Technik-Vorstand Lars Wagner verdeutlicht bei der Eröffnung die Bedeutung des neuen Testzentrums: „Die MTU ist für ihre einzigartige Testing-Expertise weltweit bekannt. Mit dem neuen Bauteile-Testzentrum liefern wir einen weiteren eindrucksvollen Beweis dafür, dass wir diesen Ruf zu Recht haben.“ Die Testing-Kompetenz der MTU umfasst Bauteile, Komponenten und komplette Triebwerke – Entwicklungstests, Zulassungstests und Serienabnahmetests. In dem neuen Prüfzentrum werden vor allem Bauteile getestet, aus denen Verdichter und Turbinen bestehen. Dazu gehören unter anderem Triebwerkschaufeln, Scheiben, Gehäuse, Ringe und Leitungen. Da in der Luftfahrtbranche die Sicherheit an oberster Stelle steht, müssen die Sicherheitsnachweise auf höchstem Niveau und bis in kleinste Detail erbracht werden – bis auf Bauteilebene. Zur Verfügung stehen jetzt 65 verschiedene Testarten für Triebwerksbauteile – darunter Rotationstests, Durchflussmessungen, Strukturversuche, Vibrations-, Verschleiß-, Beschuss- und Lebensdauertests. Durchgeführt werden diese Tests auf vier Vertikalprüfständen, die es am Standort schon gab und die in das neue Gebäude umgezogen wurden, sowie auf weiteren Prüfanlagen. Technisches Highlight und Herzstück des neuen Testzentrums ist ein Multifunktions-Rotationsprüfstand. Er wurde in einer eigenen Einhausung – einer doppelschalig entkoppelten Stahlbetonkonstruktion – neu errichtet und ruht auf einem separat gelagerten, schallentkoppelten 90 Tonnen schweren Maschinenfundament.


Den reibungslosen Betrieb aller Anlagen gewährleisten eine aufwändige Versorgungstechnik für Wasser, Strom, Argon, Kühl- und Heißluft sowie eine sichere Wärmeabfuhr der Prüfstande. Komplettiert wird die Ausstattung von innovativen Rüstsystemen, einer hochmodernen IT-Ausstattung sowie neuen Büro- und Besprechungsräumen in den oberen Etagen. In enger Abstimmung der Planungsbeteiligten für Objektplanung, gebäudetechnischer Ausrüstung und Prüfstandstechnik wurde das gesamte Gebäude in der Planungsphase komplett in 3D modelliert und nach der BIM Methode koordiniert. Zukünftig werden 14 Mitarbeiter hier ihren Arbeitsplatz haben und sich in einem Umfeld bewegen, das höchsten Ansprüchen an Ergonomie und Umweltschutz genügt.


Fotografie Achim Birnbaum