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Gesamtschule Waldschlösschen, Velbert-Neviges

2025

Ein Vorzeigeprojekt für schnelles Bauen. Im August letzten Jahres hat die sechszügige Gesamtschule in Velbert-Neviges mit fast 1.400 Schülerinnen und Schülern ihren Betrieb aufgenommen. Das Vorzeigeprojekt von uns und Goldbeck demonstriert eindrucksvoll, wie heute Bauen in Rekordzeit gelingt – durch systematisiertes Bauen, digitale Planung und vor allem durch exzellente Zusammenarbeit.

In bester Hanglage auf einer Waldlichtung am Rande des Ortsteils Neviges ist der modernste Neubau der Velberter Schullandschaft entstanden. Mit weitem Blick ins Grüne bietet die Gesamtschule „Am Waldschlösschen“ rund 1.400 Schülerinnen und Schülern auf ca. 20.350 m² Brutto-grundfläche sowie einer zusätzlichen 3-fach-Sporthalle mit etwa 2.800 m² Fläche eine zukunftsweisende Lernumgebung. Als Clusterschule ist sie weit mehr als ein Gebäude: ein Bildungsort, der Gemeinschaft stärkt, selbstständiges Arbeiten fördert und sich harmonisch in die Natur einfügt.


Die Baukörper orientieren sich in Nord-Süd-Richtung, wodurch Klassen- und Kursräume optimal nach Osten und Westen ausgerichtet sind. „Dank der orthogonalen Struktur schaffen wir kurze Wege, bleiben wirtschaftlich und können bestens mit Tageslicht versorgte Kommunikations- und Heimatbereiche mit Ausblick in die Waldlandschaft und Wohlfühlcharakter im Inneren schaffen“, erläutert Julia Koch, Teamleiterin bei RKW Architektur +.


Im Oktober 2023 begannen die Arbeiten mit den Gründungen und der Vorbereitung der Geothermieanlage. Rasch entwickelte sich ein klar gegliedertes Ensemble, das sich bewusst vom weichen Waldbestand absetzt. Die Anlage bildet in ihrer Gesamtheit eine Kammstruktur: einen dreigeschossigen West-flügel, einen viergeschossigen Ostflügel sowie ein zweigeschossiges, ge-staffeltes Zentrum.


Neue Maßstäbe in Architektur und Schulbau
Das transparente Verbindungsbauwerk zwischen den Riegeln bildet das öffentliche Herz der Schule. Hier sind Marktplatz, Auditorium, Mensa mit Bistro, Ganztagsbereich und Bibliothek untergebracht – verteilt über Erd-geschoss und zwei Obergeschosse. Ein Ort des Austauschs, der Begegnung und der Präsentation. Besonders eindrucksvoll ist der sanft ansteigende Zugang von der Straße: Eine großzügige Freitreppe eröffnet den weiten Blick über das Gelände.
Die pädagogische Konzeption wird räumlich durch sechs offene Lerncluster umgesetzt, in denen Unterricht, Rückzug und Austausch fließend ineinander übergehen. Jede Jahrgangsstufe verfügt über großzügige Lern-landschaften statt traditioneller Flure und Klassenzimmer. So entstehen Räume für eigenständiges Arbeiten, kreative Prozesse und lebendige Gemeinschaft. Ein gestalterisches Highlight bildet die Farbkonzeption: Jede Etage steht für eine Jahreszeit – Winter, Frühling, Sommer oder Herbst – und bietet zugleich Orientierung und Atmosphäre.


Zur Ausstattung gehören digitale Klassenzimmer, moderne Fachräume für Musik, Technik und Informatik sowie ein barrierefreier Hauswirtschaftsbereich mit rollstuhlgerechter Kücheninsel. Eine Frischkoch-Küche sorgt täglich für gesundes Essen direkt vor Ort. Zwei Aufzüge gewährleisten die vollständige Barrierefreiheit des Gebäudes. Auch energetisch setzt die neue Gesamtschule Maßstäbe: Beheizt wird sie über eine Sole-Wasser-Wärmepumpe gespeist aus Geothermie. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Sporthalle deckt nahezu den gesamten Energiebedarf für Heizen, Kühlen, Lüften und Beleuchtung. Begrünte Dächer tragen zur Verbesserung des Mikroklimas bei, und mit rund 280 Fahrradstellplätzen wird der umweltfreundliche Schulweg konsequent mitgedacht.


Effizienz durch intensive Zusammenarbeit
Dass sowohl Termin als auch Budget eingehalten werden konnten, verdankt sich der Kombination aus BIM-gestützter Planung, vorgefertigten Systembauteilen und der eingespielten Kooperation erfahrener Partner. Gemeinsam realisierten das Düsseldorfer Architekturbüro RKW Architektur + und das europaweit tätige Bau- und Dienstleistungsunternehmen Goldbeck als Totalunternehmer und Spezialist für systematisiertes Bauen – das Projekt. Nach nur 9 Monaten intensiver Planung, einer schnellen Genehmigung innerhalb von 3 Monaten und 18 Monaten Bauzeit konnte der Gebäudekomplex planmäßig an die Schulgemeinde übergeben wer-den.

Fotos Michael Reisch