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Netzwerkveranstaltung – RKW. Auf den Punkt

RKW Auf den Punkt Foto Marcus Pietrek 2B RKW Auf den Punkt Foto Marcus Pietrek 2B
RKW Auf den Punkt Foto Marcus Pietrek 1C RKW Auf den Punkt Foto Marcus Pietrek 1C

Holzhybridbau ist in aller Munde. Doch wie sieht die Planungspraxis tatsächlich aus? Welche Überlegungen führen zur Entscheidung für Holzhybrid – und wie fällt die Bilanz am Ende aus?

Im Rahmen unserer Netzwerkveranstaltung „RKW. Auf den Punkt“ haben wir zwei unserer aktuellen Projekte in München beleuchtet und gemeinsam mit unseren Gästen diskutiert. Während das i8 im Sommer fertiggestellt wurde, befindet sich The Stack derzeit auf der Zielgeraden – ideale Voraussetzungen, um über Erfahrungen aus der Praxis zu sprechen.


Tom Stehmann, Projektentwickler bei R&S Immobilienmanagement, beschrieb den Mehrwert des i8 aus Vermietungssicht sehr deutlich. Entscheidende Fragen potenzieller Mieter seien gewesen: Wie entsteht ein attraktiver Arbeitsort, der zugleich die Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens unterstützt? Das natürliche, warme Raumgefühl des Holzes sowie das Gesamtpaket des Münchner Werksviertels hätten schließlich häufig zur Entscheidung für das Gebäude geführt. Die Vollvermietung habe im Ergebnis auch höhere Baukosten relativiert.


Unsere Projektleiterin des i8, Dzenita Kasumovic, betonte, dass zufriedene Mieter und Projektentwickler vor allem das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit und einer steilen Lernkurve im Projektteam seien. Gefragt gewesen seien kreative und flexible Lösungen für kurzfristige Herausforderungen sowie die Fähigkeit, zahlreiche Schnittstellen parallel zu koordinieren.


Auch Konrad Merz, Gründer von mkp und verantwortlicher Tragwerksplaner für den Holzbau beider Projekte, betonte einen zentralen Unterschied: Bei Holzhybridbauten müsse die Leistungsphase 5 bereits in die Leistungsphase 2 einfließen, um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen. Dies bestätigte Malte Strunk, Senior Projektleiter bei Accumulata. Aus seiner Erfahrung erfordere dies hohe Disziplin aller Beteiligten – sowohl auf Bauherren- als auch auf Planerseite.


Mit Blick in die Zukunft wies Konrad Merz darauf hin, dass es in Deutschland derzeit noch zu wenige ausführende Firmen gebe, die große Holzbauprojekte realisieren können. Der Holzmodulbau könne hier langfristig Abhilfe schaffen. Und wie fällt die Bilanz aus Entwicklersicht aus? Sowohl Malte Strunk als auch Tom Stehmann zeigten sich sehr zufrieden mit der Entscheidung für Holzhybridbau und ermutigten, Holz bei jedem neuen Projekt als Konstruktionsoption zu prüfen.


Wir bedanken uns herzlich bei unserem Panel sowie bei Tanja Frink und Konrad Merz für ihre Impulse zum Thema Holzbau und bei Christian Hein für die Moderation.

Fotos Marcus Pietrek