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Format: 2018
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UN-KLIMASEKReTARIAT. bonn


Das von RKW sanierte und teilweise umgebaute Bundeshaus-Ensemble stammt zum Teil noch aus dem Jahr 1933. Damals wurde es als Neubau der Pädagogischen Akademie für die Lehrerfortbildung errichtet, das Gebäude im Stil der Neuen Sachlichkeit umfasste neben dem Hörsaal auch eine Turnhalle sowie eine Aula. Im Jahr 1949 baute der Architekt Hans Schwippert die Pädagogische Akademie dann zum sogenannten ,,Bundeshaus" inklusive eines Plenarsaales für den Ersten Deutschen Bundestag um. Dabei fügte der Architekt dem vorhandenen Bau einen Nord- und einen Südflügel an.

Weil schon in den nächsten Jahren der Platz für die Parlamentarier zu eng wurde, folgten 1951 als nächste Erweiterung der Zwischenflügel sowie im Jahr 1953 der Fraktionsbau und das Alte Abgeordnetenhochhaus. Deutlich später erfuhr der Komplex eine weitere Veränderung: An der Stelle des Plenarsaales von Schwippert entstand der 1992 eingeweihte Plenarsaal von Günther Behnisch, der Bundestag wich während der Bauzeit ins historische Wasserwerk aus. So ergab sich ein Areal mit einem dynamisch gewachsenen Gebäudeensemble, das im Laufe eines halben Jahrhunderts die Entwicklung der ,,Bonner Republik" im Nachkriegs-Deutschland spiegelte und begleitete - und dessen Essenz es auch bei der Umnutzung für die UN entsprechend zu konservieren galt.

Die Anforderungen der UN waren der Bedeutung der Institution entsprechend hoch. Neben der Wahrung des Denkmalschutzes sollte das neue Gebäude auch gemäß den Anforderungen des Klimaschutzes sowohl in Herstellung als auch im Unterhalt gestaltet werden.



Entwurfskizze: Grundriss EG


Schon seit jeher gruppieren sich die verschiedenen Baukörper um einen Innenhof. Dessen Bedeutung wurde von RKW nun jedoch deutlich aufgewertet. Dank einer neuen, gläsernen Überdachung bildet er ein dreigeschossiges Atrium, das einen kommunikativen Mittelpunkt entstehen lässt. Ein neuer Umgang im oberen Stockwerk und eine angrenzende Bibliothek verstärken diese Wirkung noch.

Ebenfalls eine essenziell wichtige Veränderung ist die Verlegung des Haupteingangs. Nun an der Ostseite gelegen, rückt er den Komplex so in den zukünftigen Mittelpunkt des UN-Campus - den Platz der Vereinten Nationen. Und auch die alte zentrale Erschließung des Gebäudes wurde ersetzt. Zwei Treppenhäuser und Aufzüge befinden sich nun jeweils an die Stirnseiten des Hochhauses.

Bei der Neuorganisation wurden wichtige historische Aspekte bewahrt, etwa die Proportionen der Fassaden. Bezüglich der Fenstergrößen und Sprossung wurden diese sogar wieder in den Originalzustand der 40er/50er-Jahre zurückversetzt. Auch der denkmalwürdige Südflügel und verschiedene ornamentale Elemente wurden erhalten. Dazu zählen etwa das große Phönixrelief an der Eingangsfassade, das seitlich gelegene Hochbeet am alten Eingang oder die elegant geschwungene Freitreppe aus den 50er-Jahren im Innenbereich.

Damit die hohen Anforderungen des Klimasekretariats in puncto Energieeffizienz und Klimaschutz erreicht werden konnten, hat RKW die neuen Gebäudeteile im Passivhausstandard errichtet. Die weiteren Bestandsgebäude wurden umfangreich saniert, eine hochwertige Dämmung und Fenster gemäß EnEV senken die Energiebilanz. In den Neubauten findet die Be- und Entlüftung mechanisch statt, in den anderen Gebäudeteilen ist eine manuelle Fensterlüftung möglich.